#schambefreit – Ein Hoch auf die Körperhaare!

Text zur Podcast-Folge 74, verfasst von Cleo Libro.


Folge #74 wird gesponsert von Gillette Venus & Satin Care und genau deswegen geht es bei sexOlogisch heute nur um das Eine: Körperbehaarung! Ob wir sie rasieren, stehen lassen, epilieren, waxen oder lasern – kein Thema beschäftigt so viele Menschen fast alltäglich und wird gleichzeitig so wenig besprochen. Ein klarer Fall für Magdalena, um den Finger auf Behaarungs-Tabus zu legen und auch wieder die sexOlogisch Insta-Community dazu zu Wort kommen zu lassen. *werbung


Ganz im Sinne der neuen Kampagne #schambefreit von Gillette Venus & Satin Care: Sprecht offen über Themen, die die „Schamgegend“ betreffen, wozu auch die Pflege oder Entfernung von Haaren im Intimbereich gehören. Wenn Magdalena auch direkt daran erinnern möchte, dass wir nicht mehr von „Scham-Lippen“ oder dem „Scham-Bereich“ etc. sprechen sollten. Denn in diesen Worten steckt überall das Schämen drin und dazu gibt es nun wirklich längst keinen Grund mehr, sind doch nur Genitalien!


Samtig oder kuschelig? Du bestimmst!

Eins gleich vorweg: Auch wenn diese Folge von einem Hersteller für Produkte zur Haarentfernung gesponsert wird, muss klar sein, dass sich jede Person jeden Tag neu entscheiden darf, ob sie ihre Körperbehaarung stehen lassen, frisieren oder entfernen möchte. Gilette Venus & Satin Care stehen hinter dieser Selbstbestimmung. Sein eigenes Ding zu machen, ist nicht immer einfach. Also lasst es wenigstens freiwillig sein, macht auch mehr Spaß!


Magdalena passt ihre Rasur-Routine den Jahreszeiten an: Im Winter hat sie es meistens gerne kuschelig und entfernt sich z.B. die Haare an ihren Beinen nur, wenn sie mal ganz viel Zeit und die Muße dazu hat. Sich alle Körperhaare stehen zu lassen und damit in der sommerlichen Öffentlichkeit zu zeigen, fällt ihr allerdings auch nicht leicht. Außerdem genießt sie das Gefühl, sich ins frisch bezogene Bett zu legen und dabei weiche und glatte Haut an sich zu spüren. Für manche ein super lustvoller Weg in ihre Erregung zu kommen übrigens!


Apropos Erregung: Methoden, um den Intimbereich zu enthaaren, hat Magdalena schon als Teenagerin ausprobiert. Wortwörtlich in die Hose ging dabei ihr Experiment mit einer Enthaarungscreme, die die Haut an ihrer Vulva gereizt, gerötet und schmerzend zurückließ. Es dauerte ganze zwei Wochen bis ihre Vaginalflora sich davon wieder erholt hatte. Absolut nicht empfehlenswert! Auch von trockenem oder nassem Rasieren der Vulva rät sie ab. Aber Produkte, die die Rasur erleichtern, findet man oft nicht mit dem zur Vagina passenden pH-Wert (Fun Fact: Die Vagina hat einen leicht sauren pH-Wert, genau wie ein Bier).


Das Set von Gillette

Gillette Venus und Satin Care haben gemeinsam einen neuen Rasierer herausgebracht, der besonders gut für die Rasur der empfindlichen Haut an der Vulva geeignet ist und gleichzeitig verhältnismäßig dicke Haare effizient entfernen kann. Dieses Teamwork wird komplettiert durch einen Präzisions-Trimmer an der Oberseite der Klinge, der sich super für das formen ausgefeilter und spannender Intimfrisuren eignet! Für die Experimentierfreudigen oder diejenigen, die sich und andere einmal mit etwas Neuem überraschen wollen, ein super Zusatz.


Gleichzeitig stellt Satin Care die passenden Pflegeprodukte her, die Rasurbrand und Pickelchen genauso vorbeugen sollen wie ungewollten kleinen Schnittverletzungen. In ihrem speziellen Produkt-Paket werden in den Pflegeprodukten keine Parfüms verwendet und auf Inhaltsstoffe und pH-Wert geachtet, sodass die Verträglichkeit für Vulva und Vaginalflora gesichert bleibt.


Ergebnisse der Insta-Umfrage zur Körperbehaarung

Das Thema Körperhaare betrifft wirklich fast alle Menschen, weswegen Magdalena eine Umfrage auf Instagram gestartet hat und vielfältige Reaktionen und Antworten auf ihre Frage bekam. Hier kommen die interessantesten Ergebnisse:

Von mehr als 2800 Personen, die an der Umfrage teilnahmen, haben über 98% schon einmal ihre Körperhaare rasiert oder wenigstens getrimmt. Dabei geben 9% von über 3000 Personen an, dass sie jünger als 12 Jahre alt waren, als sie das erste Mal Hand an ihre Körperbehaarung legten. Der Großteil (77%) allerdings frisierte oder enthaarte sich zwischen 12 und 15 Jahren zum ersten Mal (die Körperstellen waren hier flexibel). Und mit 12% der Teilnehmenden (erste Entfernung zwischen 16 und 19 Jahren) und 2% (älter als 19 Jahre) war nur ein kleiner Teil erst später dran.


Auf die nächste Frage haben knapp 3000 Personen geantwortet und 57% von ihnen haben vor der ersten Haarentfernung negative Kommentare zu ihrer Körperbehaarung bekommen, sich geschämt und sie größtenteils deshalb beseitigt. Dagegen haben es nur 43% der Befragten aus eigenem Antrieb heraus gemacht. Das sieht nach der echt traurigen Erkenntnis aus, dass sich über die Hälfte der Menschen gar nicht freiwillig dazu entschieden haben, sich zu enthaaren. Sondern, dass sie sich durch die negative Rückmeldung anderer dazu genötigt fühlten. Das geht leider einher mit einem der Statements, das Magdalena am häufigsten über Insta erreichte. Nämlich, dass viele weiblich gelesene Personen eigentlich gerne mal ihre Haare im natürlichen Zustand belassen würde, sich dazu aber aus Scham nicht überwinden können.


Dieser Eindruck spiegelt sich auch in den Votes zur Frage wider, ob die Teilnehmer*innen der Umfrage sich an der eigenen Körperbehaarung stören. Von allen Antworten fielen 36% auf ein definitives „ja“ aus, 54% auf ein schwankendes „geht so“ und nur 10% der Leute sind cool mit ihren Haaren an Beinen, Achseln, Gesicht, Brust oder im Intimbereich. Schon schade, dass die meisten sich selbst so einen Druck machen, weil sie wollen, dass andere nicht „schlecht“ von ihnen denken.


Dabei deuten die Ergebnisse der folgenden Frage in eine spannende – bzw. ent-spannende – andere Richtung: Nur 5% der Teilnehmenden stören sich tatsächlich an den Körperhaaren anderer Leute! Sogar 51% wissen gar nicht, was sie daran stören soll und immerhin 44% denken sich „geht so“! Also, Leute, weswegen machen wir uns die ganzen Gedanken eigentlich?!


Intime Haarentfernung aus medizinischer Sicht

Apropos zu viele Gedanken machen: Laut Umfrage enthaaren sich 58% der Menschen mit Vulva in Vorbereitung auf eine gynäkologische Untersuchung jedes Mal. Magdalena hat bei einer Frauenärztin nachgefragt, ob das überhaupt notwendig sei. Ihre Antwort: Eine generelle Grundhygiene ist nicht schädlich, eine Rasur aber nicht notwendig. Eine frische Haarentfernung kann sogar Reizungen auslösen, was den alltäglichen Eindruck vom Genital, den der*die Ärzt*in bekommen möchte, verändern kann.


Bodyhair has no gender!

Es kommt ja nicht von Ungefähr, dass wir beim Thema Entfernung von Körperhaaren den Fokus vor allem auf weiblich gelesene Körper legen. Bei solchen scheint der Druck, dass sie (außer auf dem Kopf) möglichst glatt und haarlos erscheinen sollen, in unserer Gesellschaft auch im Jahr 2022 noch besonders stark zum Tragen zu kommen. Obwohl der Trend sich auch wieder zu wenden scheint und zum Beispiel Achselbehaarung bei Frauen wieder häufiger zu sehen ist.


Dabei sollten wir uns eins immer wieder vor Augen führen, solange es noch nicht selbstverständlich bei allen angekommen ist: Körperbehaarung kennt kein Geschlecht! Sie wächst halt einfach bei allen! Auch cis Frauen können Haare an der Brust und an den Warzenhöfen haben oder die berühmte „Straße zum Glück/den Glückspfad“, der am Bauch abwärts und vielleicht sogar hinein ins Höschen wächst. Und das ist vollkommen normal.


Wenn du dich – ungeachtet deines Geschlechts – trotzdem gerne an intimen Stellen frisieren oder ganz nackig machen willst, dann hat Magdalena noch einen letzten wichtigen Praxistipp für dich: Nimm dir genug Zeit und stell dir einen Handspiegel bereit! Gerade mehrgewichtige oder schwangere Personen sehen ansonsten nämlich nicht, wo genau sie gerade die Klingen ansetzen. Ein großer Bauch oder der generelle Körperumfang können schlicht im Weg sein und eine Hürde für die Intimenthaarung darstellen. Hier helfen Handspiegel aus oder vielleicht sogar hilfsbereite Partner*innen.


Außerdem gilt, wenn das Ergebnis der Haarentfernung nicht 100% perfekt ist, ist das auch nicht schlimm! Gerade im Intimbereich ist die Haut sowieso selten ebenmäßig oder gleichfarbig. Macht euch nicht so viel Stress, manchmal zählen auch schon der Wille und der Versuch. In jedem Fall ist es eine gute Gelegenheit, um sich intim einmal genauer zu betrachten und kennenzulernen. Mit oder ohne Haare!

 

Über Cleo Libro

Im Frühling 2018 kam Cleo zur Welt, als ich mir diesen Namen gab, um zum ersten Mal in einem Podcast über meine offene Beziehung zu sprechen. Mit den Jahren gesellten sich weitere Themen zu meinem regelmäßigen Tabu-Kaffeeklatsch: Weibliche Sexualität, Dating, Masturbation, Konsens und weiteres aus dem Bereich „Lust und Frust einer promisken Frau.“

Seit Januar 2021 existiert mein Blog Cleographie, wo ich meine in Schrift gefassten Gedanken und Erfahrungen zu Non-Monogamy, Zwischenmenschlichkeit und Feminismen veröffentliche. Eine Bauchidee, die stetig zu einem Herzprojekt heranwuchs, weil sie meine Begeisterung für Sprache, Schriftmedien und Sexualität vereint.

Kommunizieren komplettiert mich. Neues lernen fasziniert mich. Schreiben ist mein Versuch etwas von dieser Energie weiterzugeben.

Insta: @cleo.libro


Beschreibe dich in 3 Worten: mitteilsam, mitfühlend, mitreißend


Worin bist du besonders gut: Genießen und mich für etwas begeistern


Was sind deine absoluten Herzensthemen: Alternative Beziehungskonzepte, Kommunikation, Selbstbestimmung und generell alles Zwischenmenschliche oder Sexuelle, das tabuisiert wird.


Welche Kondomsorte wärst du und warum?

Ich wäre ein Kondom von Releaf, weil es super nice riecht/schmeckt, angenehme Haptik und Feuchtigkeit hat und für meine Anwendung ein neuer Baum gepflanzt würde. Außerdem hätte mein Hersteller dann einen guten Humor: Ich sag nur, „Forst pflanzen anstatt fortpflanzen“, hihi.