Menstruationsblut ist nicht blau!



Am Donnerstag, 28.Mai war Internationaler Menstruations-Hygiene Tag. Ein Tag, an dem die Menschen die Periode feiern und noch viel wichtiger, auf dieses tabuisierte Thema aufmerksam machen. Nach wie vor wird über die Periode viel zu wenig gesprochen. In Werbungen sehen wir blaue Flüssigkeit, die in Binden oder Slip-Einlagen läuft. Wie lange sollen Menschen noch einen körperlich völlig natürlich Vorgang verstecken und sich dafür schämen?

Verschiedene Umfragen kommen immer wieder zum Ergebnis, dass sich viele Menschen für ihre Menstruation schämen, oder sie unangenehm empfinden. Es liegt aber nicht nur an Regelschmerzen, Stimmungsschwankungen, Krämpfen oder anderen Schmerzen. Die Geheimnistuerei rund um die Periode ist für viele am schlimmsten. Wer hat den schon mal in der Arbeitswelt gesagt, dass es einem nicht so gut geht aufgrund der Menstruationsbeschwerden. Ich kenne nur Wenige. Und selbst wenn man sich trauen würde und offen darüber spricht, muss man sich oft anhören lassen: „Na geh, hast leicht deine Tage, weil du so schlecht gelaunt bist?“ Solche Sätze und Vorurteile schmerzen und überzeugen viele davon, ihre Periode für sich zu behalten. Das war aber nicht immer und überall so.


Party für die erste Periode

Es gibt auch Menschen, die die erste Periode feiern, weil sie etwas Besonderes im Leben eines Menschen ist und den Übergang zum Erwachsen werden symbolisiert. Der Umgang mit der ersten Periode (auch Menarche genannt) zeigt auf, wie mit Weiblichkeit in der jeweiligen Kultur umgegangen wird. Wird ein Fest gefeiert und die Fruchtbarkeit geehrt? Oder werden Menschen, die bluten, während ihrer Periode als unrein und schmutzig angesehen oder sogar genital verstümmelt? Du siehst, es gibt hier Vieles zu besprechen!


Warum ich immer von Menschen und nicht von Frauen spreche?

Periode beschränkt sich nicht nur auf Menschen, die als weiblich gelesen werden.

Auch Trans*-Personen und Intergeschlechtliche Menschen können ihre Periode haben – faktisch jeder Mensch mit einer Gebärmutter. Es gibt auch Frauen, die keine Gebärmutter haben oder hatten. Deswegen finde ich es schöner von Menschen zu sprechen.

Period-Poverty – Was ist das?

Hast du schon mal den Begriff Perioden Poverty (übersetzt Perioden Armut) gehört oder gelesen? In vielen Ländern gibt es leider keinen Zugang zu Menstruationshygiene-Artikel. Daher werden die Menschen erfinderisch und benützen alte Stofffetzen, Blätter, Matratzenfutter oder sogar den getrockneten Kot von Tieren eingewickelt in Stoff, um das Menstruationsblut aufzufangen. Das ist weder einfach noch hygienisch und kann zu Entzündungen führen. Oftmals gibt es auch keinen Ort in der Schule, wo Menschen ihre Menstruationshygieneprodukte wechseln können. Daher besuchen sehr viele in Afrika die Schule nicht während der Menstruation. In Nepal dürfen Menschen, die bluten nicht aus dem Haus gehen. Ein so natürlicher Vorgang im Körper, beeinträchtigt die Bildungschancen immens. Das muss sich ändern!

Aber auch hierzulande leiden viele Menschen an Perioden Armut. Zum Beispiel obdachlose Menschen. Es geht uns also alle etwas an, wie wir mit der Menstruation in unserer Gesellschaft umgehen.


Ungefähr 420 Mal menstruieren Menschen in ihrem Leben


Im Schnitt menstruiert eine Person mit Gebärmutter 420 Mal in ihrem Leben - das entspricht 35 Jahren regelmäßiger Menstruation! Natürlich kann diese Zahl variieren! 420 Mal - da kann ganz schön viel Müll zusammen kommen mit Wegwerf-produkten wie Tampons oder Binden und Slip-Einlagen. Gut, dass es mittlerweile nachhaltigere Methoden wie Stoffbinden, eine Menstruationstasse oder Perioden-unterwäsche gibt! Eine Menstruationstasse kann beispielweise 17.000 Tampons ersetzen!

Kostenloses Webinar zum Thema Zyklus

Wenn du noch mehr zum Thema Periode und Zyklus erfahren willst, schalt am Dienstag (2.6.2020) um 20 Uhr auf Instagram (sexologisch) ein! Da werde ich in einem kostenlosen Webinar über das Thema Zyklus sprechen und eure Fragen beantworten!

Hast du bereits jetzt Fragen, die ich am Dienstag beantworten soll? Schreib sie mir gerne an hallo@sexologisch.com.

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